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Glasmalerei - Berner Atelier Martin Halter in der Stadt Bern 'ART IN MARTIN' - gegründet 1916

Berns älteste Glasmaler-Familientradition der Gegenwart wurde intern soeben umstrukturiert (- Ende Juni 2020). Weiterhin, werden die Aktivitäten in leicht veränderter Form (betr. Angeboten) für Interessenten dieser Kunstform hochgehalten. Insbesondere werden Reparaturen und Wartungsarbeiten an bestehenden, aber in Mitleidenschaft gezogenen Glasmalereien und Bleiverglasungen umgesetzt und ausgeführt. Dies beinhaltet ebenso die Arbeit von Restaurierungsmassnahmen. Die Beratung von Schutz- /Sicherungsmassnahmen in Zusammenhang mit der Repräsentation dieser Kunstform und Projektbegleitung. Bei grösseren Sanierungsmassnahmen bleibt ebenso der verarbeitungstechnische Support durch ein mir nahestehendes Glasatelier gesichert. Falls Sie Fragen zu diesem Thema haben, erreichen Sie mich unter https://www.glasmalkunst.ch/kontakt In den letzten Jahren haben öffentliche Institutionen für ihre Sammlungen Kunstwerke, Dokumentationen, Fotounterlagen, Farbentwürfe, Scheibenrisse u.v.a.m. aus diesem traditionsreichen Atelier übernommen: Schweizerisches Landesmuseum SNM, Zürich, BHM Bern. Historisches Museum, Burgerbibliothek Bern, Berner-Design-Stiftung, Schwez. Schützenmuseum Bern, Vitromusée Romont, Musée ARIANA Genf, etc..

Kirchenfenster: bauphysikalische Probleme lösungsorientierte Konzepte

Veröffentlicht am 18. November 2021 von Glasmalerei: Martin Halter Glasmaler /Glaskünstler /Glasdesigner /Glasmaler-Restaurator in Atelier, Bleiverglasung, Buntglasfenster, Farbfenster, Farbfenster-Gestaltung, Kirchenfenster, glasmalkunst, kontrolle, restaurieren, restaurierung, unterhalt

Probleme tauchen nicht selten bei Kirchenfenstern auf: 

Insbesondere leiden Farbfenster oder Bleiverglasungen wegen der Missachtung bauphysikalischer Gegebenheiten betr. ihrer Montage-Systeme vor Ort. Das heisst, vermeintlich werden Glas-Blei-Elemente im Verbund mit einer Float-Aussenverglasung als Einheit in die Fensteröffnungen (Falz) eingebaut. Es ist eigentlich klar, dass eine Glas-Blei- Einheit niemals dieselbe charakteristische Dichte einer Float-Glasfläche repräsentieren kann. Zwischen der SK-Schnittkante der Einzel-Glasteilen und der Bleifassung (H-Bleiprofil) sind jeweils (trotz der Verkittung oder Versiegelung) minimal kleine Lücken auszumachen.

Somit beeinflusst das Eindringen von kleinen Mengen Luftfeuchtigkeit (und ebenso von kleinen Staubpartikeln begleitet) was sich in den Zwischenräumen der beiden unterschiedlichen Verglasungs-Flächen, für die Zukunft negativ entwickeln kann. 

In den Zwischenräumen dieser zwei unterschiedlichen Verglasungsflächen bilden sich Kondensat-Ablagerungen, welche während Jahren  - meistens noch unbemerkt -  die innenseitigen Glasflächen korrodieren lässt. Der über längere Zeiten "eingefangene" Feuchtigkeitsbefall in Verbindung mit Staubpartikeln bewirkt, dass sich zunehmend, ähnlich einer Lauge bildend, letztendlich die oberste Glasschicht (Glashaut) verletzend korrodiert. Die Glashaut wird durchbrochen - es bilden sich Kalkablagerungen, die irreversible Spuren hinterlassen und nach und nach eine Glasfläche erblinden lässt.

Klar doch, sobald eine Farbfenster- oder Bleiverglasungsfläche stets einer Belüftung (Hinterlüftung) ausgesetzt bliebe, eine solche Negativ-Einwirkung auf die Original-Substanz sich gar nicht erst entwickeln könnte.

Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Ignoranz diesem bauphysikalischen Phänomen auch von Fachkreisen begegnet wird. Mit solch unüberlegten Handlungen, wird jedesmal neu in Kauf genommen, damit aktiv Original-Substanz zu zerstören.

Bei den soeben erfolgten Korrektur-/Sanierungs-massnahmen, an den bestehenden Chorfenstern in der Kirche Rüderswil /BE, konnte dies einmal mehr zur Erkenntnis gebracht und analysiert werden.

Martin Halter, Glasmaler-Restaurator IER Bern   
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